Samstag, 24. Oktober 2020

Dem Bürgermeister bereiten die Mietkosten für ein Feuerwehrauto Bauchschmerzen

30.000 Euro zu viel für die Sicherheit der Gemeinde?

Print Friendly, PDF & Email

Edingen-Neckarhausen, 22. April 2013. (red/ms) Soll die Gemeinde ein weiteres halbes Jahr ohne ein Feuerwehrfahrzeug auskommen? Im März hat der Gemeinderat den Auftrag vergeben, eine neue Drehleiter zu beschaffen. Die alte ist seit etwa einem halben Jahr defekt. Seitdem gibt es keinen Ersatzwagen.  In der Gemeinderatsitzung gestern Abend schlug Herr Kraus-Vierling vor, ein für die sechs Monate, die noch zu überbrücken sind, bis das neue Fahrzeug in Betrieb genommen werden kann, einen Ersatzwagen zu beschaffen. Allerdings bereiten die 30.000 Euro Mietkosten dem Bürgermeister „Bauchschmerzen“.

Von Minh Schredle

Sofort als Bürgermeister Roland Marsch fragte, ob es Anträge seitens der Gemeinderäte gibt, meldete sich Herr Kraus-Vierling von der Unabhängigen Bürgerliste. Er verwies auf die kritische Situation der Freiwilligen Feuerwehr in Edingen-Neckarhausen. Seit mehr als einem halben Jahr ist die Drehleiter defekt. In der vorausgegangenen Gemeinderatsitzung wurde der Auftrag vergeben, ein neues Fahrzeug zu beschaffen.

Dieses wird aber voraussichtlich erst gegen Ende des Jahres betriebsbereit sein. Einen Ersatzwagen gibt es nicht. Im Brandfall müssen Fahrzeuge aus Ilvesheim oder Ladenburg anrücken – das koste wertvolle Zeit, die am Ende fehlen könnte.

Die Miete einer Drehleiter würde für sechs Monate 30.000 Euro kosten. In der März-Sitzung waren noch alle Gemeinderäte glücklich mit knapp 600.000 Euro für ein neues Fahrzeug vergleichsweise günstig davon gekommen zu sein. Trotzdem bereiten die Kosten dem Bürgermeister Bauchschmerzen:

Ich finde, wir sollten versuchen, die Zeit zu überbrücken und hoffen, dass nichts passiert. Natürlich bleibt ein Restrisiko, aber bisher hat es ja auch funktioniert.

Bei vielen Gemeinderäten sorgte diese Aussage für Unverständnis. Vor allem bei Herrn Kraus-Vierling:

Da entzieht sich mir die Logik vollkommen. Mit solchen Argumenten hätten wir auch ganz auf ein neues Fahrzeug verzichten können, wenn es ja auch ohne klappt. Bei so einer lebenswichtigen Sache darf man nicht sparen.

Der Bürgermeister stimmte ihm zu, dass die Sicherheit der Bürger ein Todschlagargument sein.

Das ist eine Entscheidung, die ich nicht alleine treffen kann und nicht alleine treffen will.

Am Ende einigte man sich, die Diskussion in die direkt anschließende, nicht-öffentliche Sitzung zu verschieben. Am 15. Mai, also in der nächsten Sitzung, soll dann ein Beschluss gefasst werden.

Über Minh Schredle

Minh Schredle (22) hat 2013 als Praktikant bei uns angefangen und war seitdem freier Mitarbeiter. Von Dezember 2014 bis August 2016 hat er volontiert. Ab September 2016 ist er freier Mitarbeiter bei uns.