Montag, 14. September 2020

CDU und SPD mit Verlusten

Grüne und UBL Gewinner der Wahl

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Edingen-Neckarhausen, 29. Mai 2014 (red/ms) Die Wahlsieger in Edingen-Neckarhausen sind die UBL und die Grünen – beide Fraktionen konnten einen Sitz dazu gewinnen, während SPD und CDU Stimmen verloren. Mit 26,5 Prozent der abgegebenen Stimmen löst die UBL knapp die SPD als zweitstärkste Fraktion im Gemeinderat ab. Die CDU bildet mit sieben Sitzen zwar nach wie vor die größte Fraktion, musste aber mit 3,4 Prozent weniger als noch 2009 die größten Verluste hinnehmen. Die Wahlbeteiligung ist um etwa 1,3 Prozent gesunken und mit 55,7 Prozent enttäuschend niedrig gewesen.

Von Minh Schredle

Die Grünen traten in Edingen-Neckarhausen erstmals als Offene Grüne Liste (OGL) an und erhielten etwa 17,3 Prozent. Im Vergleich zu den vorangegangenen Wahlen ist das eine Verbesserung um 2,1 Prozent. Genau so viel konnte die Wählervereinigung aus Freien Wählern und der FDP, die Unabhängige Bürgerliste (UBL), dazu gewinnen.

Damit kommt die UBL auf 26,5 Prozent der abgegebenen Stimmen und löst die SPD als zweit stärkste Fraktion im Gemeinderat ab – wenn auch knapp: Nur etwa 1.000 Stimmen von insgesamt etwa 122.000 gültigen Stimmen machen den Unterschied.

Die Verluste der SPD sind mit 0,7 Prozent überschaubar – trotzdem bedeutet es für die Fraktion einen Sitz weniger – jetzt sind es nur noch fünf. Damit vertauschen sich die Machtverhältnisse zwischen UBL und SPD im Vergleich zur vorherigen Zusammensetzung des Gremiums: Denn der UBL stehen nun sechs Sitze zu.

Geringfügige Änderungen bei SPD und UBL

Allen fünf Gemeinderäte der UBL, die es schon 2009 in den Gemeinderat geschafft haben, ist der Wiedereinzug gelungen. Den neu dazu gewonnen Sitz belegt künftig Roland Kettner. Auffällig ist, dass Listenplatz 5, Stephan Kraus-Vierling, innerhalb seiner Fraktion mit 4.939 Stimmen mit deutlichem Abstand die meisten Stimmen gewinnen konnte. Der derzeitige Fraktionsvorsitzende Hans Stahl (Listenplatz 1) erreichte mit 2.783 Stimmen nur etwas mehr als halb so viel.

Von den sechs ehemaligen Gemeinderäten der SPD werden im neuen Gremium wieder vier vertreten sein: Thomas Zachler, Michael Bangert, Irene Daners und Wolfgang Jakel. Endrik Ebel trat nicht mehr zur Wahl an. Bettina Schroth verpasste den Wiedereinzug knapp: Sie hat 70 Stimmen weniger erhalten als Eberhard Wolff (1.841 Stimmen), der das einzige neue Gesicht der SPD im Gemeinderat ist.

Große Veränderungen bei OGL und CDU

Größere personelle Veränderungen gab es bei CDU und OGL. Der ehemalige Fraktionsvorsitzende der Grünen, Gerd Brecht, ist der einzige Grüne, der wieder dabei ist. Die drei neuen, Angela Stelling, Uli Wetz und Max Brummer, sind lokalpolitisch noch unbekannt. Max Brummer ist mit gerade einmal 18 Jahren das jüngste Mitglied des Gremiums, Gerd Brecht mit 71 Jahren das älteste.

Auch bei der CDU hat sich einiges verändert: Von den acht Kandidaten, die 2009 in den Gemeinderat eingezogen sind, haben sich nur zwei wieder zur Wahl gestellt: Georg Schneider und Gabi Kapp. Diese beiden wurden souverän wiedergewählt, Georg Schneider erzielte mit 5.182 Stimmen das beste Ergebnis überhaupt.

Generationenwechsel bei der CDU

2011 trat der Politologe Christian Volk, damals noch Gemeinderat für die CDU, aus der Partei aus und wurde aus der Fraktion der CDU ausgeschlossen. Seitdem nahm er fraktionslos an den Gemeinderatsitzungen teil. 2014 trat er nicht mehr als Kandidat an – ebenso wenig wie der Fraktionsvorsitzende Gerhard Hund, Inge Honsel, Heidi Gade und Antonio Trezza.

Im September 2013 ist Franz Schläfer nach mehr 14 Jahren als Gemeinderat der CDU von seinem Amt zurückgetreten. Christian Hauck rückte für ihn nach – seitdem hat dieser sich in keiner einzigen öffentlichen Sitzung zu Wort gemeldet. Er schaffte es aber trotzdem, wieder einen Sitz im Gremium zu gewinnen.

Damit sind noch drei „alte Hasen“ der CDU im Gemeinderat – vier sind vergleichsweise jung und unerfahren. Man kann also durchaus von einem Generationenwechsel sprechen. Die CDU hat bei diesen Wahlen 4.098 Stimmen weniger als bei den vorangegangenen erreicht. Damit verlieren sie am meisten von allen- vielleicht liegt das auch an den vielen personellen Veränderungen auf der Liste.

Große Herausforderungen warten

Wie werden sich die vielen Neuzugänge machen? Immerhin stehen große Herausforderungen an: Die Sanierung der Bäder, die Mensa an der Pestalozzi-Schule, das Hilfe-Leistungs-Zentrum und andere Millionenprojekte.

Für den neuen Gemeinderat werden die kommenden fünf Jahre sehr harte Arbeit werden. Man will nicht bei allem sparen – aber eine drastische Verschuldung in Kauf zu nehmen, um alle Großprojekte wie geplant umzusetzen, wäre sehr unverantwortlich.

Machtverhältnisse noch unklar

Was die Machverhältnisse angeht ist derzeit noch vieles unklar. Die CDU bleibt die stärkste Fraktion. Theoretisch könnten sie mit der UBL eine bequeme Mehrheit bilden (13 von 22 Sitzen). Allerdings zeigten sich zwischen den beiden Fraktionen in junger Vergangenheit häufiger Differenzen und es gab teilweise grundlegende Meinungsverschiedenheiten.

Es bleibt also spannend, wer mit wem was beantragt und wofür abstimmt. Klar ist aber: Zusammenarbeit ist gefragt – sonst sind die Herausforderungen nicht zu bewältigen.

So wurde gewählt: Quelle Gemeinde Edingen-Neckarhausen

CDU (7 Sitze)
01 01 Schneider, Georg 5.182 G
02 02 Kapp, Gabi 4.047 G
03 03 Hauck, Andreas 2.894 G
04 04 Grabinger, Bernd 2.659 G
05 05 Schläfer, Markus 2.521 G
09 06 Keinert, Michaela 1.954 G
07 07 Schöfer, Lukas 1.925 G

UBL-FDP/FW (6 Sitze) 
05 01 Kraus-Vierling, Stephan 4.939 G
06 02 Herold, Dietrich 3.251 G
10 03 Koch, Helmut 2.977 G
01 04 Stahl, Hans 2.783 G
02 05 Merkle, Klaus 2.702 G
22 06 Kettner, Roland 1.675 G
 
SPD (5 Sitze)
01 01 Zachler, Thomas 5.041 G
05 02 Bangert, Michael 2.477 G
02 03 Daners, Irene 2.353 G
08 04 Jakel, Wolfgang 2.260 G
07 05 Wolff, Eberhard 1.841 G

OGL (4 Sitze)
01 01 Stelling, Angela 1.834 G
03 02 Wetz, Uli 1.487 G
06 03 Brecht, Gerd 1.436 G
07 04 Brummer, Max 1.297 G

 

 

Über Minh Schredle

Minh Schredle (22) hat 2013 als Praktikant bei uns angefangen und war seitdem freier Mitarbeiter. Von Dezember 2014 bis August 2016 hat er volontiert. Ab September 2016 ist er freier Mitarbeiter bei uns.