Donnerstag, 29. Juli 2021

Interessenkonflikte zwischen der Gemeinde und dem Rhein-Neckar-Kreis

Kein schöner Schlossplatz?

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Edingen-Neckarhausen/Heidelberg, 19. Juli 2013. (red/ms) Die Neuigkeiten von Mario Hägele sind bitter und ernüchternd. Er ist der Sanierungsberater für die Neugestaltung des Schlossplatzes und hat vor Kurzem mit dem Straßenbauamt des Rhein-Neckar-Kreises verhandelt. Das ist nötig, weil die Hauptstraße nicht in Händen der Gemeinde ist, sondern dem Kreis gehört. Somit ist dieser auch die oberste Instanz, wenn es um Gestaltungsfragen dieser Straße geht. Bei den Anliegen der Gemeinde kollidierten zwei verschiedene Interessen: Aus der Sicht Edingen-Neckarhausens stand eine ästhetische Gestaltung im Vordergrund. Dem Kreis geht es in erster Linie um Verkehrssicherheit. 

Von Minh Schredle

Für den bevorstehenden Bau eines Verkehrkreisels vor dem Schloss wollte man im Gemeinderat statt dem üblichen Beton lieber Naturstein verwenden und auch die Mehrkosten selbst finanzieren. Das wurde abgelehnt, die Ausschreibung erfolgte bereits, es werden überall die Standardmaterialien verwendet.

Noch ärgerlicher war für viele Gemeinderäte allerdings, dass auch was die Planung ihre bevorzugten Optionen entschieden abgelehnt wurden. Ziel des Gemeinderats war es, einen einheitlichen Platz zu errichten, bestehend aus einem Streckenabschnitt der Hauptstraße und dem Gelände vor dem Hallenbad. Dazu sollte die Hauptstraße um ein paar Meter verengt und der Asphalt durch Sandstein ersetzt werden. Doch das Straßenbauamt beharrt auf Asphalt.

Herr Bangert (SPD) fragte, ob man dann nicht wenigstens den Asphalt färben könne, um ein zumindest einigermaßen einheitliches Aussehen zu erreichen. Etwas geknickt erläuterte Herr Hägele, dass er auch diesen Vorschlag eingebracht habe und er ohne für ihn ersichtlichen Grund abgelehnt worden sei.

Mit der Möglichkeit, die nach den Restriktionen des Kreises noch möglich ist, war der Gemeinderat überhaupt nicht zufrieden. Die UBL war richtig wütend:

Wir waren damals alles andere als glücklich über das Vorhaben, einen Kreisel bauen zu lassen. Und wir hätten auch niemals dafür gestimmt, wenn die Lösung von Herrn Hägele nicht so bestechend gewesen wäre. Aber das sieht doch nach nichts aus. Da können wir die ganze Sanierung doch gleich bleiben lassen,

sagte Stephan Kraus-Vierling. Es ganz sein zu lassen, ist inzwischen aber gar nicht mehr möglich. Der Kreisel ist ausgeschrieben und egal zu welchen Ergebnissen es bei der Gestaltung des Vorplatzes noch kommt, wird er ab September gebaut. Mit dem vorliegenden Konzept zum Vorplatz des Schlosses will sich niemand im Gemeinderat wirklich zufrieden geben und man will jede Möglichkeit nutzen mit dem Kreis zu einem Kompromiss zu kommen.

Über Alina Eisenhardt

Alina Eisenhardt (23) ist seit 2012 freie Mitarbeiterin bei uns, macht Redaktion, schreibt Texte und ist für "Unsere Metropolregion - Newsletter" verantwortlich. Sie studiert Psychologie.